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Gutt'ne - ? Nov. 97 - Ausgabe 12
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Grobraster für das Berufsfeld Point-Managerin entwickelt

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Grobraster für das Berufsfeld Point-Managerin entwickelt

am Wochenende 8./.9.11.97 trafen sich 20 Powerfrauen aus Deutschland und Österreich, um:
  1. die Fortbildung zur PointManagerin zu strukturieren,
  2. das weitere Vorgehen des Vereins PionaPoint Teleworking Management e.V. zu besprechen und
  3. Perspektiven für die Teilnehmerin, die sich zur PointManagerin fortbildet sowie für die Financiers dieser Fortbildung im Rahmen von fundraising und sponsor-ships zu entwickeln.

Drei Bereiche

Der Workshop teilte sich in einen Entwicklungstag und einen Realisationstag: Um das Ergebnis vorwegzunehmen: es wurden drei Bausteine definiert, die die Aus- und Weiterbildung der PointManagerin beschreiben:
  1. Informations-Management
  2. SelbstManagement
  3. PointManagement

Der erste Bereich bezieht sich auf die fachliche Ebene und umfaßt die Informations- und Medienkompetenz; der zweite bezieht sich auf die persönliche Ebene und umfaßt Schlüsselqualifikationen; der dritte Bereich ist arbeitsplatzbezogen und umfaßt Projektmanagement und Arbeitsorganisation.

Theorie und Hintergrund

Ausgehend von dem Modell der Telearbeit, das Cornelia Brandt von der DAG Hamburg im Rahmen des Expertinnengesprächs Frauen geben Technik neue Impulse am 8.10.1997 in St. Ingbert präsentierte*, wurde der Ist-Zustand von Telearbeit beschrieben:
  • Formen: zu Hause, alternierend, gemeinschaftlich, mobil
  • Standards: Telearbeit (TA) basiert auf Freiwilligkeit, betrieblicher Anbindung, Rückkehrrecht und geregelter Arbeitszeit (in Frankreich gibt es bereits das Recht auf Nichterreichbarkeit (!) - und das im HandyJahrhundert... – gutt'ne!);
  • Schutzrechte: wer übernimmt die Kosten für die Einrichtung des TA-Platzes, wer haftet bei Schäden, wer achtet auf die Ergonomie, abgeleitet von den Bildschirmrichtlinien...
  • Probleme: in bezug auf Informationsfluß, Kontrolle, Solidarität, Scheinselbständigkeit und Outsourcing, last but not least: neue Anforderungen (Stichwort: strategische Kompetenz);
  • Ökologie: TA reduziert nicht den Verkehrsstrom, neue Orte entstehen, Teleshopping und mobile TA verstärken Verkehrsaufkommen;
  • Auswirkungen: Männer bleiben ungestört konzentriert im eigenen Arbeitszimmer arbeitende Väter; Frauen sehen TA als zeitlich befristet an, vermissen das Team und bleiben doppelt belastete Mütter.

*Eine Dokumentation der Tagung in St. Ingbert gibt's bis Jahresende bei: FH Bielefeld, Barbara Schwarze, Wilhelm-Bertelsmann-Str. 10, 33602 Bielefeld, Tel: 0521/106-2373; e-mail: impulse@lovelace.fh-bielefeld.de

Postindustrielle Arbeitsformen

führen nach dem Soziologen Werner Dostal zu folgendem Szenario (s.a. Materialien aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung: Frauen und Technik am Arbeitsmarkt, Aspekte der Frauenbeschäftigung im Strukturwandel, 3/1995, Bezug über die Bundesanstalt für Arbeit, Nürnberg):
  • selbständige statt abhängige Arbeit
  • wechselnde Arbeitsorte und Arbeitszeiten
  • Erwerbsarbeit ist überwiegend befristet und aufgabenbezogen
  • Arbeit und Lernen wechseln sich ab
  • häufige Umstiege in andere Aufgaben und Tätigkeiten
  • das Arbeitseinkommen wird frei ausgehandelt
  • individuelle soziale Grund-sicherung für alle
  • keine Steuern auf Einkommen, sondern auf Rohstoffe, Energie und Kapital
(Zusammenfassung von Anne Rösgen, GbF, Saarbrücken; s. auch: Chancengleichheit in der beruflichen Bildung, BiBB Berlin, 1997, Bestellnummer 09. 021, Tel: 030/ 8643 2316)

Unsere Einschätzung

Wir teilen die gewerkschaftliche Position, daß Standards entwickelt werden müssen und ein ökologischer Fortschritt durch Telearbeit nicht per se gegeben ist; zugleich sind wir der Meinung, daß
  1. Telearbeit ein revolutionäres Potential beinhaltet (in Richtung hierarchiefreieres Arbeiten),
  2. durch diese Arbeitsform die Vereinbarkeit von Familien- und Berufsarbeit für Männer und Frauen vorstellbar(er) wird,
  3. durch Telearbeit als Form der Arbeit eher keine neuen Berufe entstehen, sondern sich alte neu entwickeln;
  4. Telearbeitsplätze nicht mit Multimedia-Arbeitsplätzen gleichzusetzen sind (erstere beschreiben eine Form, letztere die Ausstattung eines Arbeitsplatzes);
  5. Telearbeit nicht zu Vereinsamung führen muß, sondern neue Möglichkeiten der virtuellen und realen Vernetzung bietet;
  6. Telearbeit ein großes Gestaltungspotential enthält, zumal bis dato noch nicht einmal 1 % (in Worten: ein Prozent!) aller Arbeitsplätze als Telearbeitsplätze angeboten werden.
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Selbstverständnis der PointManagerin

Die PointManagerin (engl. PointManageress) verfügt über berufliche Ausbildung(en) oder adäquate berufliche Erfahrung, sucht nach neuen Perspektiven, möchte selbständig werden oder bleiben - sich in jedem Fall innovative Kommunikations- und Informationstechniken erschließen.

Informations- und Medienkompetenz

Sie erwirbt Informationskompetenz, d.h. die Fähigkeit, Informationen gezielt strukturieren, aufbereiten, bewerten und weitergeben zu können, ein-schließlich dessen, die Informationsquellen und deren Zuverlässigkeit einschätzen und Prognosen extrapolieren zu können.
Sie erwirbt Medienkompetenz, d.h. die Fähigkeit, reflektiert und gestaltend mit Medien (aller Arten) umzugehen und dabei die Neuen Technologien sowohl als Werkzeug zu begreifen wie auch systemisch als Quelle gesamtgesellschaftlicher Veränderungen.

Definition Medien

Das Medium ist nicht der Zweck, sondern Mittel zum Zweck.
Als Medium begreifen wir sowohl "das Informationssystem Mensch" im universellen Sinn als auch alte und neue Medien, mit denen gedruckt oder telekommuniziert werden kann, audio-visuell, akustisch, reell oder imaginär - mit einem Wort: Medien sind Träger subjektiver Wirklichkeit.

Wir werden überflüssig!

Die PointManagerin ist Lernende und Lehrende zur gleichen Zeit, ist (u.a.) tätig als Info-Brokerin, Finanzierungs-, Unternehmens- oder Weiterbildungsberaterin, als Multi-Pädia-Frau, als Redakteurin oder als Grafikerin oder im Bereich Fund- undMedienraising oder... oder... oder...
Ihre Kompetenz vermittelt sie via MentorinnenPoint, so daß Schulungszentren im konventionellen Sinn überflüssig werden.
Bis es so weit ist, dient
PionaPoint Teleworking Management e.V. als internationaler Dachverband für die Frauen-Computer-Schulen, FrauenTechnikZentren und Assoziierte - als Weiterbildungspool für die PointManagerin in spe, die bei uns ihre Fortbildung in Anspruch nimmt, dabei aus dem vollen schöpft, ihre Kompetenz erweitert, Kontakte knüpft und ein PointZertifikat erwirbt.
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Ausbildung zur Point-Managerin - Punkt für Punkt

Gemäß den 17 Punkten unseres Logos bieten wir eine 17-Punkte-Spirale (Entwurf):
  • Orientierung
  • Qualität
  • Lernlust
  • andere Lernformen
  • Motivation
  • Informationskompetenz
  • EDV-Training
  • Medienkompetenz
  • Praxis
  • Teleworking
  • Telelearning
  • strategische Kompetenz
  • Networking
  • Marketing
  • Controlling
  • Sprachkompetenz
  • Zeitmanagement

Von Bremen bis Wien, von Saarbrücken bis Berlin

Frauen schulen Frauen, rund um den PC, in Ost und West – nicht zuletzt unsere geografische Breite ist das Pfund, mit dem wir für sponsorships werben können.
Sponsoren gewinnen, wie in Gutt´ne Nr. 11 beschrieben, einen Pool an qualifizierten Kooperationspartnerinnen und potentiellen Mitarbeiterinnen.
Die Arbeitsgruppe MarketingKonzept wird sich mit Fundraising und Sponsor-möglichkeiten für PionaPoint im Detail befassen.

Punkten mit Piona

Auf unserem Fundraising-Seminar in Wiesbaden kam Hildegard Hils vom FTZ Berlin-Hohenschönhausen die Idee: Sponsoren könnten von PionaPoint "Goldpunkte" kaufen.
Zugegeben, sie wurden nicht aus Gold, sind aber immerhin aus Silber, pfenniggroß, und die 17 PionaPunkte sind orangefarben eingeprägt. Die Münchner Goldschmiedin Barbara Vogel von der Firma "Sabah" setzte die Idee um;
die Gußform ist nun vorhanden, wir können weitere Schmuckstücke anfertigen lassen (wie Broschen, Ringe, Krawattennadeln), die silbernen Sticker jedenfalls wurden von den Teilnehmerinnen des PionaWork-shops am 8.11.97 mit Begeisterung aufgenommen und sofort als Ohrring oder Schmuck am Revers getragen.

Konkrete Schritte

Entsprechend den drei Modulen, auf denen die Fortbildung der PointManagerin basiert, wurden drei Arbeitsgruppen gegründet, die Curricula entwickeln bzw. Feinraster entwerfen:

1. InformationsManagement

Mit dabei sind: Birgit Kurtze, Heidemarie Kollatz, Astrid Kleinau-Kleffe, Bärbel Gebert, Sabine Collmer, Bettina Hartmann, und als
Ansprechpartnerin: Christine Scherer, WeTeK Berlin, Tel: 030/ 443

2) SelbstManagement

mit den Schlüsselqualifikationen Teamfähigkeit, Konfliktmanagement, Verhandlungsstrategie, Rhetorik/Kinesik + Faith-Selling, Zeitmanagement, Networking und Umgang mit Geld Mit dabei sind: Regina Erben-Hartig, Ingrid Rauchfuß, und als
Ansprechpartnerinnen: Beate Hedrich, Vera Lieder, ItF Kassel, Tel: 0561/ 351 6

3) PointManagement

Projektmanagement, ArbeitsorganisationMit dabei sind: Sabine Kesting, Edith Laudowicz, Petra Tesch, und als
Ansprechpartnerin:Vera Kätsch, Durchblick GmbH Berlin, Tel: 030/ 448 47 88

4) MarketingKonzept

Die vierte Arbeitsgruppe befaßt sich mit der Öffentlichkeitsarbeit für PionaPoint, insbesondere mit fundraising. Mit dabei sind: Hildegard Hils, Angelika Huber, Luise Anderssohn, und als
Ansprechpartnerinnen:Ute Fiedler, Sigrid Odau FTZ Erfurt, Tel: 0361/ 225 33 24
Sämtliche Arbeitsgruppen sind offen und freuen sich über eine ideenreiche und tatkräftige Unterstützung!
Als Arbeitsgruppe "außer der Reihe" regten Edith Laudowicz und Ingrid Rauchfuß an:

5) Piona in Wonderland

Im Rahmen des Multimedia-Workshops auf dem 5. Internationalen Treffen der Frauen-Computer-Schulen und FrauenTechnikZentren in Wien (Februar 1997) gab es zwei Arbeitsgruppen und zwei Präsentationen mit ihrer Antwort auf die Frage: "Was kann Multimedia den Frauen-Computer-Schulen und FrauenTechnikZentren bringen?"
  • Entwurf einer www-homepage aller vernetzten FCS + FTZ-Einrichtungen – diese homepage ist seit August 1997 realisiert...
  • Idee einer mentalen Schnittstelle zur Computerwelt: ein Computerspiel von Frauen für Frauen, das Neueinsteigerinnen die Grundzüge und Möglichkeiten der Computer-Technik nahebringt, ein Luststart in ein neues Medium...
  • Eine Programmiererin für das Projekt wurde schon gewonnen – fehlen nur noch: eine Grafikerin, eine Video-Frau, eine Animations-Frau (ja! ja! im Zuge der Umwertung der Werte ist auch dieser Begriff jetzt endlich positiv, technisch und produktiv besetzt...) – bitte, schickt, faxt, mailt Euere Ideen, Anregungen, Tips, Adressen an
Edith Laudowicz, Yorckstr. 92, 28201 Bremen, oder über den Frauen-Erwerbs- u. Ausbildungsverein: Tel: 0421/ 122 61; Fax: 0421/ 153 22
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Nächstes Treffen:

Die Ergebnisse sämtlicher Arbeitsgruppen werden am Wochenende 31.1./1.2.1998 präsentiert.
Die Zeiten: samstags von 10 bis 19 Uhr, sonntags von 9 bis 14 Uhr;
Tagungsort: Wirkstoff e.V., Berlin, Rheinsberger Str. 74-77
(Ansprechpartnerin: Birgit Kurtze, 030 / 449 04 50)
An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Wirkstoff Berlin!
Ein Hotel befindet sich in unmittelbarer Nähe. Die unterkunft kann auch privat organisiert werden.

Anmeldungen bitte an die

Frauen-Computer-Schule
Angelika Huber
Volkartstr. 23
80634 München

Fon: 089 / 167 55 89,
Fax: 089 / 168 80 25

e-mail und Internet:
fcs-m@link-m.de
http://www.frauen-computer-schulen.de

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Internationalisierung

Für Piona, für uns, für alle - wünschen wir uns eine stärkere, internationale Beteiligung aller Frauen-Computer-Schulen und FrauenTechnikZentren. Wer eine Adresse weiß, gebe sie bitte weiter an:
Silicia, Regina Erben-Hartig, Hofmanngasse 4/4, 1180 Wien,
Tel: 0043/1/406 76 73, Fax: 0043/1/402 52 86
113136.427@compuserve.com


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