Piona e.V. - Anarchie und Struktur, Magie und Geld | |
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Editorial
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Verein - Struktur - Vernetzung: WorkshopAm 3. und 4. Oktober trafen sich zehn Frauen bei Wirkstoff e.V. Berlin zum PionaWorkshop mit Dr. Marie Sichtermann (moderate Moderatorin): Ingrid Flohr, Hildegard Hils, Audrey Hoffmann, Angelika Huber, Heidelore Lange, Uschi Lemmertz, Christine Scherer, Sabine Schillbach, Ingrid Rauchfuß und Susanne Thoma. Auf unserer Agenda stand:
Klingt bißchen öde? - Aber bei der Besetzung - und in Berlin - seht selbst: Wir brauchen eine eierlegende WollmilchsauEine Koordinatorin muß her! Die Stellenbeschreibung für diese lady (von Hildegard Hils auf 2 DIN-A4-Seiten zusammengefaßt) liest sich wie ein alchimistisches Rezept für eine neue homuncula: Sie soll alle Arbeit von Piona organisieren - und zwar wirtschaftlich, effektiv und zielorientiert; weiter: ein Beratungsnetz aufbauen, alle Energien bündeln, finanzielle Mittel einwerben, alle Treffen organisieren, die Arbeit der Mitglieder des Vereins koordinieren - um nur die wichtigsten Punkte zu nennen. An Kompetenzen braucht dieses Zauberwesen: Management-, Public-Relations-, Marketing- und Kommunikationskompetenzen... Dazu Teamfähigkeit und Selbständigkeit und Kreativität, Flexibilität... Um nur ein paar wenige zu nennen. Und wer bezahlt dieses Fräuleinwunder? Ebenfalls aus der Aufstellung von Hildegard Hils geht hervor, daß diese Koordinatorin pro Jahr glatte 150.000 DM braucht an Honoraren, Materialien usw. Woher nehmen und nicht stehlen? La reine s'en va ...... die Königin geht: Unsere Top-Koordinatorin Angelika Huber, eine der drei Vorstandsfrauen, steht zur Wiederwahl auf dem Kongreß in Erfurt am 26.-28.2.1999 nicht mehr zur Verfügung: Sie möchte sich vermehrt ihren schriftstellerischen und journalistischen Aufgaben widmen, auch dem i-punkt-Verlag für Kürzestprosa. Auch die beiden anderen Vorstandsfrauen werden turnusmäßig neu gewählt. ... Wir brauchen neue Königinnen.... Piona in Wonderland... der Titel eines Computerspiels, ersonnen beim 1997-Kongreß in Wien, ist jetzt der Titel für: Welche Vorteile haben wir alle und jede einzelne von einer handlungsfähigen Piona e.V. ?
Was geschieht mit den Ergebnissen?Gute Frage von Marie Sichtermann! Und das soll auch so bleiben, oder? Wie sagte Angelika auf diesen Beitrag so treffend: "Wir wollen doch von Dir lernen!" So ist's ein anarchisches Konzept, das mit der Energie der Gründungsidee arbeitet und sich nicht sklavisch nach Strukturen und Genehmigungen richtet: Spontane Ergebnisse (der AGs und Workshops) werden spontan umgesetzt. Die Idee zieht neue Mitstreiterinnen an, die gerne unterstützen und Ideen einbringen: Die zündende Gründungsidee hat eingeschlagen und zieht ihre energetischen Kreise. Marie Sichtermann aus dem Fundus ihrer Erfahrungen mit Projekten: "Wenn die Initialenergie der zündenden Idee nachläßt, werden die UnterstützerInnen weniger. Es ist dann der Moment, einen Plan zu entwickeln." - Plan? - Geht so
Ladies: Wir mit Piona sind bei 3 und 4! Stabilisierung der VernetzungDr. Marie Sichtermann ließ uns von ihrem Erfahrungsschatz profitieren
Vereinsrecht: Überlegt Euch, was Ihr wollt...Im Ernst: Wir haben die Vereinssatzung gewälzt... ich persönlich zum ersten Mal... und verstanden! - Es ist gar nicht so schwer, wenn eine es richtig eindeutscht! Danke Marie Sichtermann! Im Nachhinein klingt das Ergebnis ganz selbstverständlich: Wir haben laut Satzung bei Piona e.V. 3 Vorstandsfrauen; wir brauchen - nein, nicht eine: die gibt's nicht nochmal - mehrere Koordinatorinnen... ... und gebt Euch dann die Struktur dazu...Wie wär's zum Beispiel so:
Stabilisierung von Piona e.V.Wildes Brainstorming in 2 Gruppen... Die Ergebnisse der einen Gruppe:
Die Ergebnisse der anderen Gruppe:
Überblick zum "Selber-Basteln"...
... zeigt: Die Aufgaben der Koordinatorinnen sind Vorstandsaufgaben! Finanzierung von Piona e.V.Hier haben wir eine schöne Grafik erarbeitet - die mal' ich Euch nicht hin, da geht mir zuviel Platz verloren... Stellt Euch vor:
... und Anschubfinanzierung"Anschubfinanzierung" heißt im Klartext: Wieviel wollen die FCSen und FTZs und PionaMitfrauen spenden und monatlich ausloben, damit die ersten Jahre klappen? 1999 bis 2006! Dazu haben wir einenFragebogen gemacht! Ausfüllen: bitte: schicken! Sie ist so KLASSE.. die Teamarbeit der 3 Koordinatorinnen für Piona e.V.: Selbständig, kreativ, kooperativ, weitreichend im existentiellen und geografischen Sinn. ... vive la reine!... es lebe die Königin! Wir suchen also
... next steps ... die nächsten Schritte
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Geld & MagieUnter diesem Titel sollte am 19. und 20. September 1998 der Piona Workshop mit Luisa Francia stattfinden. Leider wurde er unter einer Absagenlawine begraben. Damit das Thema dennoch nicht "hinten rüberkippt", geben wir hier auszugsweise ein Interview wieder, das Luisa Francia der Zeitschrift "ab 40" gab. Wie's der Synchronizität der Ereignisse mal wieder entspricht, lautet der Schwerpunkt von deren Oktoberausgabe*: Frauen, Macht & GeldLuisa Francia (LF): "Das größte Problem, das Frauen mit Geld haben, ist meiner Ansicht nach, daß sie einer Art Hypnose unterliegen, die schon ganz früh anfängt. Dieser hypnotische Befehl lautet, daß Frauen unfähig sind, mit Geld umzugehen, Geld zu verwalten, überhaupt Geldgeschäfte zu machen. Es ist unweiblich, geldgierig zu sein oder für sich eine Bereicherung zu wollen. Dieser hypnotische Befehl ist nicht mehr zurückzuverfolgen, wird aber ständig erneuert und sinkt bei jeder Erneuerung noch tiefer ein." ab 40: ..."Es stimmt gar nicht, daß Frauen kein Geld haben." LF: "Es stimmt nicht nur nicht, es ist noch viel mehr: Sogar die Firmen, die ganze Werbung, alle wissen ganz genau, daß Frauen das Geld ausgeben. Frauen sind es, die über Geld entscheiden, die das Geld in der Hand haben. Selbst wenn es das Geld ihrer Männer ist. Und Frauen können sehr wohl mit Geld umgehen, auch wenn sie von sich behaupten, daß sie es nicht können. ... Gerade Frauen, die im Begriff sind, Karriere zu machen, haben wahnsinnige Berührungsänste mit Spiritualität und Magie, weil sie das für esoterisch halten." ab 40: "Und weil sie sich an die Männerwelt angepaßt haben, und die ist rational." LF: "Da gilt das als unseriös. Übrigens eine kleine Korrektur: Rational ist die Männerwelt nicht. Sie ist voll von Männermythen wie Fußball und Autos, ist geprägt von irrationalen Ängsten und Gefühlen, Potenzängsten. Ferse abgehackt?Und jede halbwegs vernünftige Frau weiß, daß sie sich mit Anpassung an diese Männerrationalität drei Viertel ihrer Persönlichkeit abteilen muß - daß sie praktisch ihre Ferse abhacken muß, damit sie in den Schuh paßt von diesem idiotischen modernen Mann. Klar, die Sehnsucht ist immer groß, das eigene Potential zu finden und nicht unseriös zu wirken. Ich fände es aber hilfreich für Frauen, einmal den Mythos zu knacken, Männer könnten etwa mit Geld umgehen. Das machen Frauen für sie - überall. Oder, Männer hätten die Macht. Männer haben nicht die Macht, Frauen haben sie - aber Frauen geben sie an die Männer ab. Und die Macht, die sie abgeben, fehlt ihnen dann bei der Verwirklichung ihrer eigenen Vorstellungen. LF: "Man muß bei allen Projekten versuchen, eine lockere Atmosphäre zu schaffen. Wenn negative Stimmungen da sind, überträgt sich das sofort auf die Öffentlichkeitswirkung... (Sagen wir aber:) 'egal, wir sind vielleicht in einer schlechten finanziellen Situation, wir machen jetzt ein Fest', dann dringt plötzlich die eigene Großzügigkeit nach außen. Deine eigene Lockerheit zieht andere mit.".. Weibliche Macht = EigenmachtLF: "Meine Traumvorstellung von weiblicher Macht ist Eigenmacht. Sich zu sagen, ich habe genug, ich verschaffe mir meinen Raum. Ich weiß, wo meine Energie herkommt, und ich weiß, wo ich sie hingebe. Das heißt, ich habe eine klare Energiebilanz Ich bin genau in der Anwendung meiner Energie: dann habe ich Eigenmacht. Und nur, wenn deine Eigenmacht für dich ganz klar ist - und das ist keine 'Macht über', keine Manipulation, Eigenmacht heißt nur, daß du dich selber bestimmst, und deinen Raum definierst und ihn auch einnimmst - dann erst kannst du einem anderen Raum einräumen. Wenn du deinen eigenen Raum kennst, weißt du überhaupt erst, daß andere die Notwendigkeit eines eigenen Raums haben Bei einem Modell von Eigenmächtigkeit funktioniert Hierarchie nicht mehr. Wenn fünf eigenmächtige Leute zusammenarbeiten, tauschen sie sich aus - und, weil du eigenmächtig bist, hast du es nicht nötig, dem anderen seinen Raum wegzunehmen. Dann kannst du auch sagen, o.k., laß hören, was du denkst. Wenn du aber keine Eigenmacht hast, mußt du mit Tricks arbeiten, um von anderen Macht abzuzweigen." *zitiert aus: ab 40. Zeitschrift von, für, über Frauen, München, Nr. 4/1998, Redaktion: Dr. Greta Tüllmann, Jakob-Klar-Str. 1, 80796 München,Tel: 089/ 34 88 87, Fax: 33 41 93 | |
ImpressumPionaNews Autorin dieser Ausgabe: Ingrid Rauchfuß; verantwortlich: Angelika Huber Angelika Huber | |
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