e-motion@l business® - neue Wege zum Erfolg | |
Inhalt
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Extra-News Bundesverdienstkreuz für Gründerin der FrauenTechnikZentrenAm 15. November 1999 bekam Dr. Ellen Sessar-Karpp das "Verdienstkreuz
am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland" durch die
Hamburger Bürgermeisterin Krista Sager verliehen.
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Unternehmerinnen in der InformationsgesellschaftDie Fachtagung e-motion@l business - neue Wege zum Erfolg fand vom 30.9. bis
2.10.1999 in Frankfurt am Main statt. Initiiert und durchgeführt wurde die
Tagung vom Zentrum für Weiterbildung, Frankfurt.
Helga Ebeling vom bmb+f eröffnete den internationalen Kongreß, auf dem rund 100 TeilnehmerInnen aus 13 Workshops vier Termine wählten und einem abendfüllenden Kultur- und Rahmenprogramm folgten. Erfolgreich und verantwortungsbewußtDie Business-Frauen und -Männer der Zukunft auf dem Weg zur
Informationsgesellschaft begreifen sowohl sich als auch andere als
gesellschaftliches und betriebliches Wesen. Drinnen und draußen - auch im "global village"Auch in der "virtual reality" (die ja wiederum nur unsere Realität abbildet), existiert " ein Drinnen und Draußen" - dazu Barbara Wagner: "Der ständige Wandel erfordert auch ein Innehalten. Neben wirtschaftlichen Karrieren und erfolgreichen Börsengängen gibt es den Kosovo, die Erdbebenopfer und die persönlichen Krisen im eigenen Umfeld, die zu einer raschen beruflichen und gesellschaftlichen Ausgrenzung führen können. Wir müssen unser aller Bewußtsein schärfen für den Spagat zwischen ökonomischem Erfolg und gesellschaftlicher Verantwortung..." Diversity-KompetenzBarbara Wagner: "Die Gestaltung unserer Zukunft hängt in hohem Maße
davon ab, wie es uns gelingt, eine Unternehmenskultur zu schaffen, die
wirtschaftlichen Erfolg, technischen Fortschritt und gesellschaftliche
Verantwortung miteinander verbindet. | |
Die Zukunft ist weiblichSabine Asgodom von Asgodom Live! bekannte sich "schuldig,
viele Jahre lang Frauen aufgefordert zu haben, wie Männer zu denken und zu
handeln
Aber ich habe beobachtet, nachgedacht und gelernt. Und ich habe
kapiert: Frauen sollten wissen, wie Männer sind, wie sie denken und
handeln. Aber sie sollten Frauen bleiben." Emotionale IntelligenzWir brauchen weder "coole fuzzies" noch "Betonfrauen"
noch "frustierte Erbsenzähler mit innerer Kündigung". "Wir
brauchen Persönlichkeiten, die bei Sinnen sind, d. h. alle ihre Sinne
nutzen, um entscheiden und handeln zu können, kurz: die emotional
intelligent sind." Drei Erfolgsfaktoren:Sabine Asgodom stellte die Ergebnisse einer US-Studie vor, wonach der Aufstieg nur zu einem geringen Teil von Leistung abhängt. Die Studie ergab folgende Bewertung:
Danach kommt es also auf eine der stärksten Fähigkeiten von Frauen an: auf Kommunikation. Anstatt noch ein Diplom zu erwerben, noch schneller zu arbeiten und abends "auch noch den Partner zu pampern" empfiehlt Sabine Asgodom:
Sie plädiert außerdem für kleinere Einheiten anstelle
unflexibler Großkonzerne mit dem Wendekreis eines Wals und gewinnt selbst
der "glass ceiling", der "gläsernen Decke" in
Unternehmen, die einen weiteren Aufstieg für Frauen unmöglich macht,
eine konstruktive Kickoff-power ab: | |
Eine "Plenumstochter"In der sich anschließenden Plenumsdiskussion "Anforderungen an weibliche Führungskräfte in der Informationsgesellschaft" wurde eine Phantasietochter geboren, die:
Außerdem genießt dieses glückliche Wesen bereits als Berufsanfängerin Förderprogramme. Selbstredend kollidiert dieses Wunschbild mit unserer gesellschaftlichen Realität:
Bruch in der PubertätHelga Ebeling brachte es auf den Punkt: "Das kleine Mädchen greift
nach den Sternen, das pubertierende faßt sich an die Nase" - das
Selbstbewußtsein junger Frauen muß aufgemöbelt werden, wollen
wir die Zukunft tatsächlich weiblich gestalten. | |
Die Workshops im Überblick:
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Communication BreakdownDas Unternehmenstheater Galli Frankfurt präsentierte spontanes, durch Zuruf aus dem Publikum entstehendes Kommunikationstheater. Bei dieser Theaterform geht es vor allem um Kommunikationssituationen aus dem Business-Alltag - die so dargestellt nicht nur Erkenntnisse vermitteln, sondern auch eine gehörige Portion Spaß. | |
"Typisch deutsch"?Dr. Anne Rösgen von proInnovation Saarbrücken leitete Workshop Nr. 6, der sich mit folgenden Themen be-faßte:
Dr. Anne Rösgen: "Global, international, jeder mit jedem und alle miteinander. Die Informationsgesellschaft kennt schon lange keine Grenzen mehr. Doch wie kommunizieren Menschen miteinander, die aus völlig anderen Kulturkreisen kommen?... Kulturspezifische Wahrnehmungs- und Verhaltensmuster bleiben weitgehend unbewußt..." - und, wie eine Liste der "Do's and don'ts" ergab, kann es peinlicher sein, die Geste des Gegenübers zu imitieren als bei der eigenen Gestik zu bleiben - klassisches Beispiel dafür: der Kotau, von Deutschen ungeschickt ausgeführt - im Gegenzug mag der übertrieben geschüttelte Händedruck Befremden auslösen. Fazit: kulturelle Eigenheiten bewahren. Fremd im eigenen LandGleichzeitig zeigte der Workshop auf, daß interkulturelle Verständnisprobleme
nicht erst im sog. "Ausland" auftreten - eine Teilnehmerin erzählte:
"Nachmittags traf ich mich in München mit einer Delegation aus
Tansania. Das Gespräch mit den afrikanischen Frauen war warmherzig,
freundschaftlich und solidarisch. Am selben Abend flog ich nach Frankfurt und fühlte
mich plötzlich fremd im eigenen Land: diese Anzugmänner und -frauen,
die Handy-Manie - da sehnte ich mich nach der freundschaftlichen Atmosphäre
des Nachmittags zurück."
Interkulturelle KompetenzDen typischen auf uns bezogenen Vorurteilen wie "Deutsche sind langsam, logisch und analytisch, stehen unter Vollständigkeitszwang und beginnen bei Problemen grundsätzlich mit deren Vor- und Frühgeschichte" setzte Dr. Anne Rösgen die Entwicklung interkultureller Kompetenz entgegen, d. h.:
Zumal 80 - 90 % der Kommunikation nonverbal erfolgt, ist auf dem Irrweg, wer
glaubt, "gute Fremdsprachenkenntnisse und die Bereitschaft zu Reisen"
allein befähigten zu interkultureller Kommunikation. Dr. Anne Rösgen: "Für
den Erfolg interkultureller Zusammenarbeit ist es von größter
Bedeutung, inwieweit es gelingt, die kulturellen Unterschiede bewußt zu
machen." Virtuelle interkulturelle KommunikationFür dieses Thema verwies Dr. Anne Roesgen auf den Aufsatz "Working virtually accross spaced time & culture" und die Adressen: sowie auf die TU Chemnitz und deren Projekt "SIETAR" - Society for Intercultural Education, Training & Research". | |
Organisationsentwicklung: von real zu virtuellWie zur Bestätigung interkultureller Vorurteile und maskuliner Identität holte Prof. Rainer-Lionel D'Arcy von Tri Consult Kelkheim in seinem Plenumsvortrag bis zur Vor- und Frühgeschichte des Taylorismus aus. Der Berater für Sicherheit in der EDV im allgemeinen und im Internet im besonderen beschrieb den langatmigen Bogen von der Industrialisierung bis zur lean production ("natürlich" in der Autoproduktion, die für ein weibliches Publikum besonders interessant und identifikationsspendend ist). Seine drei Erfolgsfaktoren:
Prof. D'Arcy beschrieb "die Entdeckung des Prozesses" seit 1990
und erschöpfte sich in seiner Zukunftsprognose in klassischer
positivistischer Manier: "Wir wissen nicht, was morgen ist, weil wir nicht
wissen, was wir morgen wissen werden" (Karl Popper).
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Struktur-Spannung-Emotionunter diesem Titel fand ein spannender Workshop mit Gila Otto von Frau und
Arbeit e.V., Hamburg und mit Regina Haeger, Theaterpädagogin aus Hamburg,
statt. Emotionen bedingen das Handeln und werden durch das Handeln bedingtWährend Gila Otto den Einfluß von Emotionen auf die
(Arbeits-)Struktur und den Einfluß der (Arbeits-)Struktur auf die
Emotionen bewußt machte, damit sie nicht unbewußt Einfluß
nehmen, nahm Regina Haeger die Position einer Beobachterin ein und händigte
jeder Teilnehmerin Kärtchen aus, auf denen ihr Eindruck stand - z. B.: "schön,
ich teile gerne mit", "forsch", "das macht mir Spaß",
etc. - manche empfanden dies als "Übergriff", doch nachdem sich
dieser als Augenblicks- und Wirkungsspiegelung (im Gegensatz zu einer Gefühlsbeschreibung)
klärte, entspannte sich die Atmosphäre sichtlich: | |
ResümeeDie enorme Fülle an Workshops, Plenums- und Kulturveranstaltungen thematisierte auch noch E-Business, 3D-Welten, Internet-Services, E-Commerce, die strategische Bedeutung von Call-Centern und Telemarketing, bot Tanzvergnügen mit "Kick La Luna", den Film "Aus der Rolle tanzen" von Gundula Englisch und Hiltrud Reiter sowie kulinarische Leckereien. Lust auf ZukunftDie Tagung e-motion@l business erreichte ihr ehrgeiziges Ziel, Frauen zu
animieren, mit eigenen Ideen und Konzepten die Entwicklung zur
Informationsgesellschaft mitzugestalten. Es wäre interessant gewesen, als
Abschlußveranstaltung nicht noch eine neue Diskussion zu eröffnen,
sondern die ReferentInnen und ExpertInnen zu einer reflektierenden Abschlußrunde
zu bewegen. | |
ImpressumPionaNews Angelika Huber | |
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